Skoliose-OP oder konservative Therapie? Dr. Nadja Jiresch im Interview
Skoliose OP oder nicht? Dr. Nadja Jiresch über Entscheidungskriterien und Mythen
Die Entscheidung für oder gegen eine Skoliose-Operation gehört zu den schwierigsten Fragen, mit denen Betroffene und Eltern konfrontiert werden können.
Im Video-Podcast „Skoliosehilfe“ spricht OÄ Dr. Nadja Jiresch über wichtige Entscheidungskriterien für oder gegen eine Operation, häufige Missverständnisse rund um das Thema Skoliose sowie das Leben nach einem möglichen Eingriff.
Das vollständige Podcast-Video finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Eine Skoliose bedeutet nicht automatisch eine Operation
Viele Betroffene befürchten, dass der Besuch bei einer Wirbelsäulenspezialistin automatisch zu einer Operations-Empfehlung führt. Dr. Nadja Jiresch betont jedoch, dass jede Entscheidung individuell getroffen werden muss. Nicht allein der Krümmungswinkel entscheidet über eine Operation, sondern eine Vielzahl von Faktoren wie Alter, Wachstum, Beschwerden, Verlauf der Skoliose, Einschränkungen im Alltag und die persönliche Lebenssituation.
Eine Operation wird in der Regel erst dann in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend helfen oder die Skoliose ein Ausmaß erreicht, bei dem langfristige gesundheitliche Folgen zu erwarten sind. Die Entscheidung sollte stets gemeinsam zwischen Ärztin bzw. Arzt und Betroffenen getroffen werden.
Zweitmeinungen können sinnvoll sein
Gerade bei größeren Skoliosen oder unterschiedlichen Therapieempfehlungen kann eine zweite Meinung helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen. Ziel ist es, die individuelle Situation möglichst umfassend zu beurteilen und alle Behandlungsoptionen zu verstehen. Wer die Gründe für eine Empfehlung nachvollziehen kann, trifft meist auch die bessere persönliche Entscheidung.
Leben nach einer Skoliose-Operation
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist die Frage, wie das Leben nach einer Skoliose-Operation aussieht. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, ob Sport, Schwangerschaft oder ein aktiver Alltag danach noch möglich sind.
Dr. Jiresch erklärt, dass eine erfolgreiche Operation nicht bedeutet, auf ein aktives Leben verzichten zu müssen. Nach der Heilungsphase können viele Betroffene wieder Sport treiben und ihren Alltag weitgehend normal gestalten. Wichtig sind jedoch Geduld, eine schrittweise Belastungssteigerung und eine individuell abgestimmte Nachbetreuung.
Auch Themen wie Schwangerschaft, Geburt und Sexualität werden im Podcast offen angesprochen. Eine frühere Skoliose-Operation schließt einen Kinderwunsch grundsätzlich nicht aus. Dennoch kann eine rechtzeitige Beratung helfen, individuelle Fragen frühzeitig zu klären.
Häufige Mythen rund um Skoliose
Im Gespräch werden außerdem zahlreiche Mythen aufgegriffen, die sich seit Jahren halten. Besonders Eltern stellen sich häufig die Frage, ob sie die Skoliose ihres Kindes früher hätten erkennen oder sogar verhindern können.
Dr. Jiresch erklärt, dass Skoliosen oft erst während des Wachstums sichtbar werden und Schuldgefühle daher meist unbegründet sind. Entscheidend ist nicht die Suche nach Schuldigen, sondern eine frühzeitige Diagnostik, regelmäßige Kontrollen und eine individuell passende Therapie.
Fazit
Die Frage „Skoliose-OP oder nicht?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Jede Skoliose ist individuell und erfordert eine sorgfältige Beurteilung. Die wichtigsten Grundlagen für eine gute Entscheidung sind eine fundierte Diagnostik, eine verständliche Aufklärung und ausreichend Zeit für persönliche Fragen.
Im Video-Podcast "Skoliosehilfe" mit Cornelia Pollak gibt Dr. Nadja Jiresch einen praxisnahen Einblick in die moderne Skoliosebehandlung und erklärt verständlich, wann eine Operation sinnvoll sein kann, welche Alternativen bestehen und welche Perspektiven Betroffene nach einer Operation erwarten dürfen.
Podcast-Video: Skoliose-OP oder nicht? Dr. Nadja Jiresch im Interview
Weitere Informationen:
➯ urbanspine.at/skoliose-therapie
➯ urbanspine.at/skoliose-operation
Über OÄ Dr. Nadja Jiresch:
Dr. Nadja Jiresch ist Spezialistin für die Wirbelsäule, bei Rückenbeschwerden und Skoliose. Sie ist Fachärztin für Orthopädie, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Oberärztin der Orthopädie Klinik Penzing in Wien.
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